“Gerade heutzutage ist es eigentlich unverständlich, dass man für ein Album das Release in Deutschland und den USA vier Monate auseinander legt. Gut, klar: Verträge. Labels und so weiter. Aber am Ende ist ein Album, wie das von Wale sicher bereits zumindest in den iPods angekommen – iTunes sei Dank. Aber jetzt ist es also soweit. „Ambition“, Wales zweiter Streich, erblickt das Licht des deutschen Marktes. Wie groß sind die Ambitionen? Die in den USA erreichten Zahlen von über 160.000 verkauften Einheiten und Top-Platzierungen in den Download-Charts werden schwer zu toppen sein.
Aber, wer weiß? Denn Überraschungserfolge pflastern den Weg des Jungen aus Washington D.C. bereits seit seinem ersten Aufschlag in 2006. Mixtapes mit Einschlag und Touren in recht großen Hallen, ohne Albumrelease, waren bereits die ersten Ausrufezeichen. Das Signing bei Maybach Music Group war da die logische Konsequenz und richtige Stufe auf dem weiteren Weg. Ob es zum Olymp reicht, wird sich zeigen, aber zumindest musikalisch hat Wale sein Soundbild auf dem Album dem epochalen Stil des Labels angepasst. „Ambition“ gibt sich vielseitig. Mal jazzy-funky, mal von Streichern und Bläsern getragen. Selten raw, mehr melodisch. Immer wieder in wechselndem Tempo. Dank den Gästen Miguel, Jeremih, Lloyd und Ne-Yo mit einer guten Portion Gesang ausgestattet. Auf dem Reißbrett gut durchdacht. Die übersichtlich gehaltene Anzahl an weiteren Features, genau genommen lediglich noch Label-Häuptling Rick Ross, Meek Mill, Big Sean und Kid Cudi lassen Wale im Fokus. Und er macht seine Sache gut. Kritiker vermissen ein wenig vom Sound-Rap-Bild aus den Tagen mit Mark Ronson. Durchaus berechtigt. Klingt das neue Werk doch sehr, wie ein MGM-Release eben klingt. Doch schafft Wale (sprich: Wa-Ley) es, seinen Stil zu behalten, weiß technisch zu überzeugen.
Inhaltlich sind wir hier in den Charts angekommen. Entsprechend oberflächlich wirkt es mitunter. Ohne aber zu sehr ins Belanglose abzudriften. Irgendwo bei Drake und J. Cole angesiedelt, wird Wale seinen Weg weiter gehen, das ist sicher. Wie wegweisend „Ambition“ dann rückblickend gewesen ist, wird sich zeigen. Ein Klassiker ist es jedenfalls nicht.”






